Kneipp Meditationsweg St. Radegund

Ungarische Runde

 

  

Der Name „Ungarische Runde“ verweist auf die Blütezeit St. Radegunds als Wasser- und Luftkurort Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Kurgäste kamen damals vor allem aus Ungarn. Den Kurerfolg verdankten sie äußeren und inneren Wasseranwendungen und ausgiebiger Bewegung in der belebenden Atmosphäre des Waldes.

Als starker Ort für das „Waldbaden“ bietet sich das große, felsige Waldareal „Bethlehem“ nahe der „Tarockpartie“ an. Diese liegt in der Mitte des Kneipp-Meditationsweges, der gegenüber der Talstation der Schöcklseilbahn bei der „Kneipp-Pyramide“ beginnt, welche die fünf Säulen der Kneipp-Lehre symbolisiert: Wasser- und Kräuterheilkunde, Ernährung, Bewegung und Lebensordnung.

Der Weg führt über das Heil-Kunst-Werk „Pflanze Mensch“, die „Dreiecks-Trockenmauer“ und das „Labyrinth“ vorbei an fünf Quellen und „Orten der Kraft“ hinunter zum Doktorteich mit seinem satten Grün.
Aus den Quellen – Desiree-Quelle, Quelle der Ungarischen Madonna, Rosa-, Pollack- und Demelius-Quelle – ergießt sich vielfach heilsames Wasser.

Eine kleine Grotte über der „Tarockpartie“ und die Holzkabine beim „Wunschstein“ laden zum Duschen mit frischem Bachwasser ein. Becken zum Wassertreten, Tröge für Unterarmbäder sowie die Anlage für Kniegüsse ermöglichen Behandlungen nach Kneipp.

 

Ein Geschenk der Natur sind „Orte der Kraft“ entlang des Kneipp-Meditationsweges. Das Wissen um deren Existenz und Qualitäten verdanken wir den Wahrnehmungsfähigkeiten von Personen, die seit Jahren feinstofflichen Phänomenen des Weges nachgehen.

 

Spüren Sie den Kräften nach – Details dazu gibt es in der Broschüre „Das Grün, das Wasser, die Orte der Kraft“, herausgegeben vom Kneipp Aktiv-Club St. Radegund. Ob Sie den Weg nun als einfachen Wanderweg, als Weg mit wassertherapeutischen Angeboten oder als Meditationsweg gehen: Er bietet Ihnen die Möglichkeit, gesund zu bleiben, gesund zu werden und tiefe und heilsame Erfahrungen zu machen.

Dr. Johann Fuchs, Obmann des Kneipp Aktiv-Clubs St. Radegund

 

 

 

Angebote zur Wasseranwendung:
AM KNEIPP-MEDITATIONSWEG  

  • Duschen mit frischem Bachwasser
  • Wassertreten
  • Unterarmbäder
  • Kniegüsse

Die kleine „Grotte“ über der „Tarockpartie“ und die Holzkabine beim „Wunschstein“ laden zum Duschen mit frischem Bachwasser ein, eine Methode der Abhärtung nach Prießnitz. Die Becken zum Wassertreten, die Tröge für Unterarmbäder und die Anlage für Kniegüsse ermöglichen Behandlungen nach Kneipp. Die Anwendungen sind bei den jeweiligen Stationen auf Schautafeln beschrieben.

 

Tipp: Der Schlauch für den Knieguss kann auch für den Gesichtsguss (Schönheitsguss) verwendet werden. Man beginnt dabei an der rechten Schläfenseite, begießt zuerst die Stirn und, beginnend an der rechten Nasenwurzel, anschließend die rechte Gesichtshälfte. Dann wechselt man über die Stirn zur linken Gesichtshälfte. Zum Schluss wird das Gesicht dreimal umrundet. Der Guss wirkt allgemein erfrischend und regenerierend und strafft die Haut.

 

 

Vincenz Prießnitz   Sebastian Kneipp
(1799–1851)(1821–1897)

 

 

Die Behandlung mit Wasser ist untrennbar mit den Namen Prießnitz und Kneipp verbunden. Ihre Entwicklung zu charismatischen Persönlichkeiten der Naturheilkunde verlief ähnlich, ihre Wasseranwendungen jedoch sind sehr unterschiedlich.

Ein lebensbedrohlicher Unfall Prießnitz’ und eine lebensbedrohliche Erkrankung Kneipps haben das Leben von beiden entscheidend gewendet. Beide wurden durch Kaltwasseranwendungen wieder vollkommen gesund. Prießnitz heilte sich mit kalten Umschlägen, Kneipp tauchte mehrmals pro Woche ins kalte Wasser der Donau.

 

Die Genesung von Prießnitz sprach sich herum. Nachdem er mehrere junge Leute aus der Nachbarschaft behandelt hatte, wurde er bald zum Wunderdoktor für Heilsuchende aus nah und fern. Dank der Kaltwasserbehandlung Kneipps genas erst einer seiner Studienkollegen, und als Kaplan gelang Kneipp in vielen Fällen die Behandlung der Cholera.

 

Beide hatten in der Therapie selbst schwerer Erkrankungen oft mehr Erfolg als ortsansässige Ärzte. Das weckte deren Missgunst und Neid. Sie versuchten alles, um den beiden unter dem Vorwurf der Kurpfuscherei das Handwerk zu legen. Prießnitz und Kneipp fanden bald einflussreiche Befürworter im österreichischen Kaiserhaus. Beiden war es gelungen, Mitglieder im Rang von Erzherzögen erfolgreich zu behandeln. Zum Dank unterstützten diese sie in ihrem Bemühen um offizielle Anerkennung. Die Wasserkuren nach Prießnitz und Kneipp waren damit etabliert.

 

Prießnitz und Kneipp betonen die prophylaktische Wirkung eines einfachen, nicht verweichlichten Lebens in frischer Luft, mit viel Bewegung und einer einfachen Kost. Die Wasserbehandlungen (1799–1851) (1821–1897) sind von prophylaktischem und therapeutischem Nutzen. Prießnitz und Kneipp erprobten die Wasseranwendungen an sich selbst. Bei Kneipp wich die Strenge anfänglicher Anwendungen mit der Zeit einer zunehmenden Milde. Prießnitz blieb bei der Strenge. Verallgemeinernd lässt sich sagen, dass die Behandlung nach Prießnitz als Abhärtungstherapie wirkt, die Behandlung nach Kneipp als tiefgreifende Regulationstherapie. 

 

 

Das Grün, das Wasser, die Orte der Kraft.

 

 

 

Die Information des Kneipp Aktiv-Clubs St. Radegund zum örtlichen Kneipp-Meditationsweg ist im Café Schöcklstube bei der Talstation gegen Entgelt erhältlich.